Durch Zeit und Raum
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
private Szene & feste Postreihenfolge
Datum
06.07.2025
Szeneninhalt
Lois Lane landet nach dem Kontakt mit dem Legionsring zu einer anderen Zeit in einer anderen Welt.
#1
Szeneninformationen
Charaktere: Lois Lane & Kara Danvers
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 06.07.2025
Szeneninhalt: Lois Lane landet nach dem Kontakt mit dem Legionsring zu einer anderen Zeit in einer anderen Welt.
Das Erste, was Lois wahrnahm, war Stille.
Nicht die friedliche Sorte, sondern diese unnatürliche, gespannte Stille, die sich anfühlte, als hätte jemand den Ton der Welt heruntergedreht. Kalter Asphalt unter ihren Handflächen, feuchte Luft, die nach Stahl und Regen roch. Sie blinzelte, zog scharf die Luft ein und zwang sich, sich aufzurichten.
„Okay“, murmelte sie heiser. „Das ist neu.“

Ihr Kopf pochte, doch die Erinnerungen waren da. Klar genug, um unangenehm zu sein, nur nicht in der richtigen Reihenfolge.
Tess Mercer.
Der Kampf.
Chaos.

Und dann der Ring.

Lois hielt inne und starrte auf ihre leere Handfläche. Sie erinnerte sich genau daran, wie sich das kalte Metall angefühlt hatte. Wie sie ihn reflexartig aufgehoben hatte, ohne zu wissen warum, ohne zu wissen, was es war. Kein Plan, kein Hintergrundwissen, einfach ein Instinkt mitten im Durcheinander.

Jetzt war da nichts.

„Großartig“, murmelte sie. „Erst hebe ich fremdes Zeug auf, dann verschwindet es einfach.“
Was auch immer danach passiert war, entzog sich ihrer Erinnerung. Kein Knall, kein Blitz, kein klarer Übergang. Nur dieses Gefühl, als würde ihr der Boden weggezogen, als hätte jemand Raum und Zeit neu sortiert, ohne sie um Erlaubnis zu fragen.

Langsam ließ sie den Blick über ihre Umgebung schweifen.
Hohe Gebäude ragten über ihr auf, dunkel, dicht an dicht. Zu wenig Licht, zu viele Schatten. Kein vertrauter Straßenzug, kein Metropolis-Glanz, keine Spur von Smallvilles weiter, offener Welt. Stattdessen lag etwas Schweres in der Luft, ein permanenter Druck, der ihr sofort sagte, dass dieser Ort keine Fehler verzieh.
Ihr Blick wanderte über Straßenschilder, Fassaden, die Silhouetten der Dächer.

Gotham.

Der Name formte sich in ihrem Kopf, noch bevor sie ihn bewusst dachte. Sie kannte diese Stadt aus Akten, aus Artikeln, aus Berichten, die man zwischendurch las. Gotham war kein Ort für Touristen und ganz sicher keiner, an dem man einfach so aufwachte.

„Bitte sag mir, dass ich mir das gerade einbilde“, murmelte sie.

Ihre Erinnerungen bis zu diesem Moment waren eindeutig. Metropolis. Der Daily Planet. Ein Leben, das kompliziert, aber vertraut gewesen war. Nichts davon passte zu diesem Ort. Zu dieser Atmosphäre. Zu dem Gefühl, am falschen Platz gelandet zu sein.

Lois schloss kurz die Augen und atmete tief durch.
Nicht durchdrehen.
Erst denken. Dann handeln.

Als sie die Augen wieder öffnete, hob sie den Kopf, straffte die Schultern und zwang sich zu dem vertrauten Trotz, der sie schon durch Schlimmeres gebracht hatte.

„Na schön“, murmelte sie. „Unbekannte Stadt, keine Erklärung, kein Rückweg in Sicht.“
Ein schiefes Lächeln huschte über ihr Gesicht.

„Dann fangen wir eben mit den Grundlagen an.“
Mit diesem Entschluss setzte Lois Lane sich in Bewegung, hinein in die dunklen Straßen Gothams, ohne zu wissen, wann sie war oder wie sie hierhergekommen war, aber fest entschlossen, es herauszufinden.

Mit festen Schritten setzte Lois sich in Bewegung. Nicht hastig, aber auch nicht zögerlich. Herumstehen und Grübeln hatte sie noch nie weitergebracht. Außerdem fühlte sich diese Straße nicht nach einem Ort an, an dem man zu lange still blieb, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Ihre Schritte hallten leise zwischen den hohen Gebäuden wider, während ihr Blick wach über jede Ecke, jedes Fenster und jede Bewegung glitt. Gotham fühlte sich an wie eine Stadt, die einen beobachtete. Nicht offen feindselig, eher wie ein Raubtier, das noch nicht entschieden hatte, ob sich die Jagd lohnte.
„Okay, Lane“, murmelte sie leise. „Denk nach.“
Wenn sie hier gelandet war, dann gab es vielleicht auch jemanden, den sie kannte. Oder zumindest jemanden, der jemanden kannte. Gotham war kein weißer Fleck auf der Landkarte. Sie hatte darüber geschrieben, recherchiert, Akten gelesen. Irgendwo in diesem Gewirr aus Beton und Schatten musste es einen Anknüpfungspunkt geben.
Oliver.
Lois verzog kurz das Gesicht, als der Gedanke auftauchte. Oliver Queen hatte definitiv Verbindungen. Zu vielen Orten. Zu zu vielen Leuten. Und wenn sie sich richtig erinnerte, hatte er einmal erwähnt, dass er einen Schulfreund hier gehabt hatte. Oder war es ein Studienfreund gewesen. Irgendwas mit dunkler Vergangenheit, viel Geld und eindeutig zu vielen Geheimnissen.

Sie schnaubte leise.
„Großartig. Sehr hilfreich, Lois.“
Ein Schulfreund in Gotham war ungefähr so präzise wie zu sagen, jemand kenne jemanden in Metropolis, der schon mal ein Gebäude gesehen hatte. Sie wusste nicht mehr, wie der Typ hieß. Nicht, wo er wohnte. Nicht einmal, ob er überhaupt noch lebte. Nur dieses vage Gefühl, dass Gotham für Oliver nie einfach nur irgendeine Stadt gewesen war.
Ihr Blick glitt über eine Kreuzung, an der eine Ampel träge von Rot auf Grün sprang, obwohl weit und breit kein Auto zu sehen war. Die Technik wirkte moderner, Autos die absolut geräuschlos an ihr vorbei glitten.  Lois registrierte es, schob den Gedanken aber beiseite. Jetzt war nicht die Zeit, jedes Detail zu sezieren.

Sie atmete tief durch und straffte erneut die Schultern. Sie hatte schon schlechtere Startbedingungen gehabt. Ohne Geld, ohne Ausweis, ohne Erklärung irgendwo aufzutauchen, war unangenehm, aber nicht neu.
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#2
Szeneninformationen
Charaktere: Lois Lane & Kara Danvers
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 06.07.2025
Szeneninhalt: Lois Lane landet nach dem Kontakt mit dem Legionsring zu einer anderen Zeit in einer anderen Welt.
Kara war nun schon ein paar Tage zu Gast in Gotham. Noch war zwar alles im eigentlich geplanten Rahmen ihres Besuches, aber sie hatte schon abgeklärt, dass sie dieses ausweiten würde. Sowohl in der Redaktion als auch was ihre anderen Verpflichtungen anging war nun die Vertretung geklärt und Kara konnte sich ohne schlechtes Gewissen um Gotham City kümmern.
Aber man musste sagen, dass es ihr irgendwie leicher fiel in National City ihrer Arbeit nachzugehen. Gotham City fühlte sich für sie einfach dunkler, düsterer, schwerer an als National City, selbst tagsüber. Sie war nicht hier um diese Stadt von Verbrechen zu befreien, das war auch ein völlig unrealistisches Ziel, Aber einfach nur für Ordnung sorgen zu wollen in einer Stadt wie dieser musste einen über kurz oder lang doch auffressen. Aber wahrscheinlich war gerade das der Grund, warum Bruce seine Fledermausfamilie um sich geschart hatte und eben doch nicht so düster und eigenbrötlerisch war wie man es von ihm vielleicht erwartete.
Kara war nun tagsüber unterwegs um die Stadt doch etwas kennen zu lernen. Tagsüber und in "zivil" war es vielleicht anders als nachts und im Kostüm, aber irgendwie... Viele Ecken von Gotham wirkten auch tagsüber nicht wirklich freundlich, sondenr allerhöchstens etwas weniger feindselig. Zwischen den hohen Häuserwänden und Fassaden war stellenweise der Himmel kaum sichtbar und man fühlte sich eingesperrt obwohl man "an der frischen Luft war"..Kara hatte die Hände in den Taschen ihrer Jacke vergraben, aber wirkte nicht isoliert vom Rest der Stadt, sondern aufmerksam und neugierig. Sie betrachtete den Verkehr, der sich in Stauschlangen durch die Straßen schob, die Passenten, die nicht weniger umtriebig herumwuselten. Nein, man konnte sich hier nicht über mangelndes Leben beklagen, das brummte regelrecht in Gotham. Aber irgendwie wirkte es auch so als lebte hier jeder alleine, verlassen und isoliert vor sich her.
Aber bei einem Gesicht blieb Karas Blick hängen. Im ersten Moment dachte sie, dass sie sich getäuscht hatte, aber der zweite Blick vertrieb jeden Zweifel. Kara erkannte diese Frau. Die sanft geschwungenen Wangenknochen, stark und sanft zugleich, die wachen, aufmerksamen Augen... Kara war selbst gar nicht aufgefallen, dass sie stehen geblieben war, und diese Person anstarrte. Aber die Ähnlichkeit war zu stark. Natürlich, rational gesehen erkannte Kara, dass diese Frau eigentlich zu jung wirkte, aber dass war ihre Mutter. Nicht ihre irdische Mutter, Doktor Eliza Danvers. Sondern Alura Zor-El. Karas biologische Mutter, ihre leibliche Mutter, manche würden sagen: ihre wahre Mutter.
Kara ging auf den Zwilling ihrer Mutter zu. Sie wirkte etwas verwirrt, nicht so sicher wie Kara sie immer in Erinnerung vor ihrem geistigen Auge hatte. Als bräuchte sie Hilfe. "Ähm... Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber kann es sein, dass wir uns kennen?" Kara lächelte, ein wenig schüchtern-zurückhaltend.
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